Stadtpolitik zum Nachhören.

kreuznachgehört – Was ist das?


Kreuznachgehört ist ein Projekt von Gässjer FM, dem freien Internetradio in Bad Kreuznach. Gässjer FM hat im März 2018 den Antrag gestellt, die Auschusssitzungen und Stadtratssitzungen der Kreuznacher Kommunalpolitik aufzeichnen zu dürfen.

Da dies durch die gegebene Hauptsatzung der Stadt nicht möglich war, musste diese erst einmal geändert werden. Bis dahin war es ein langer Weg. Im Oktober 2019 war es dann endlich soweit: Durch die Bekanntmachung der geänderten Satzung am 25.10.2019 waren die Weichen für ein weiteres ambitioniertes Projekt von Gässjer FM gestellt. Nach einer Testphase, in welcher wir verschiedenste Aufnahmesituationen ausprobiert haben, ist es nun soweit und kreuznachgehört ist online.
Zwar noch nicht perfekt aber hoffentlich auf dem Weg dahin.

Und warum das Ganze?


Die Entscheidungen, die im Stadtrat oder den Auschüssen getroffen werden, sind für alle Bürgerinnen und Bürger relevant. Ob Beruf, Familie, Gesundheit, Ferne zur Heimat oder ein anderer Grund; Fakt ist: Es ist nicht jedem möglich teilzuhaben. Diese Lücke wollen wir mit kreuznachgehört schließen. Jedem Menschen soll die Möglichkeit geboten sein, was im Stadtrat beschlossen und besprochen wird nachzuvollziehen. Und zwar nicht nur aus der Presse oder dem Protokoll, sondern direkt und unverändert. So kann jeder den gesamten demokratischen Prozess verfolgen. Das ist die Idee von kreuznachgehört.

Was darf aufgezeichnet werden?


Uns ist lediglich gestattet den öffentlichen Teil der Stadtratssitzung aufzuzeichnen. Im Rahmen des öffentlichen Teils ist nur die Aufzeichnung von PolitikerInnen, VerwaltungsmitarbeiterInnen und BürgerInnen gestattet, welche uns ihre eindeutige Einwilligung gegeben haben. Wer dies explizit verneint oder nicht explizit bejaht hat, wird auf kreuznachgehört nicht zu hören sein.
Im Idealfall würde das bedeuten wir könnten eine Sitzung von TOP 1 bis Ende des öffentlichen Teils ungeschnitten zur Verfügung stellen. Allerdings haben wir nicht die Einwilligung aller Mitglieder bekommen. Welche Stadtratsmitglieder die Einwilligung unterschrieben haben, kannst du hier einsehen.

Aber ist das nicht wahnsinnig aufwendig?

In der Tat ist jede Aufzeichnung mit viel Aufwand verbunden.

Erst einmal müssen wir vor Beginn der jeweiligen Sitzung unsere Aufnahmegeräte bereit machen.

Für die Dauer der Sitzung müssen wir anwesend sein. Während der Sitzung müssen wir uns Notizen machen, wer wann spricht und ob diese Person die Einwilligungserklärung unterschrieben hat. Am Ende der Sitzung müssen die Aufnahmegeräte wieder abgebaut werden.

Danach geht aber die eigentliche Arbeit erst los:

Die Sitzung muss in voller Länge und in Echtzeit nochmals nachgehört werden. Anhand unserer Notizen schneiden wir die Stimmen, derer die die Einwilligung nicht unterzeichent haben, heraus. Nachdem das passiert ist, wird die Audiodatei von Störgeräuschen wie Übersteuerung oder Brummen befreit. Ist das alles erledigt, wird die Datei zu Veröffentlichungen vorbereitet: Die Tagesordnungspunkte werden als “Kapitelmarker” in die Dateibeschreibung getippt, und die Datei in unser Content-Management-System hochgeladen.

Danach wird die Datei an die Stadtverwaltung übermittelt. Dies geschieht um zu gewährleisten, dass wir die Menschen, welche uns keine Erlaubnis zur Aufzeichnung gegeben haben, tatsächlich rausschneiden. Nach der Übermittlung an die Stadtverwaltung werden alle von uns gemachten Aufzeichnungen wieder gelöscht.

Danach wird der editierte und der nun fertige Beitrag veröffentlicht und ist ab dann für jeden über die Dauer von zwei Monaten abrufbar.

Wie finanziert sich kreuznachgehört?


kreuznachgehört kann langfristig nur durch Eure Spenden erhalten bleiben.
Wie bereits erwähnt ist das Aufzeichnen, Nachbearbeiten und Veröffentlichen mit viel Aufwand verbunden. Bisher ist geplant, jede Stadtratsitzung 2020 aufzuzeichnen. Wie und ob es danach weitergeht, hängt von dem Interesse und der Resonanz ab. Spenden kannst du hier.

Wie sieht es mit anderen Gremien und Ausschüssen aus?


Generell ist es uns gestattet den öffentlichen Teil jeder Sitzung aufzunehmen. Egal ob Stadtrat, Finanzausschuss, Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr, Ausschuss für Grundstücksangelegenheiten oder ein anderer Ausschuss. Gibt es einen öffentlichen Teil, dürfen wir diesen auch aufzeichnen. Allerdings ist dies immer mit sehr viel Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden. Deswegen haben wir uns fürs erste auf den Stadtrat beschränkt. Es sei denn ein Ausschuss berät über ein Thema von starkem öffentlichem Interesse. Dann sind wir garantiert vor Ort.